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GUT DRAUF – ACHT QUALITÄTSKRITERIEN

Diese Kriterien gelten für alle Maßnahmen, Projekte, Aktionen und Angebote, die unter dem Qualitätssiegel GUT DRAUF durchgeführt werden. Einrichtungen und Fachkräfte setzen diese Kriterien gemeinsam mit den Heranwachsenden um und füllen sie mit Leben

Ganzheitliche Zielsetzung

GUT DRAUF-Angebote verknüpfen die Bereiche Ernährung, Bewegung und Stressregulation zu einem ganzheitlichen Konzept vor dem Hintergrund eines umfassenden Verständnisses von Gesundheit. Die wechselseitige Beeinflussung von Ernährungs-, Bewegungs- und Stressverhalten wird bei der Förderung gesundheitsgerechter Verhaltensweisen positiv genutzt .

Ernährung wird nicht nur als Nahrungsaufnahme verstanden, vielmehr werden die sinnlichen und sozialen Aspekte des Essverhaltens in den Vordergrund gerückt. Gesundes und leckeres Essen soll zu einem Erlebnis werden, bei dem der Genuss nicht hinter der Gesundheit zurücksteht.

Bewegung betont das gesellige Miteinander, wobei der Spaß an der Bewegung mehr im Zentrum der Aktion steht als der Wettkampf. Jugendliche haben Bedürfnisse nach Abenteuer, Risiko und körperlicher Selbst- und Grenzerfahrung. Diese Bedürfnisse bieten die Grundlage für die Gestaltung von Angeboten, die eine bewusste Körperwahrnehmung zum Ziel haben.

Stressregulation stellt die Fähigkeit dar, mit den altersspezifischen Anforderungen des Lebens fertig zu werden. Entspannungsangebote helfen, Sensibilität für eigene Bedürfnisse und persönliche Grenzen zu entwickeln.
So werden bei einer Bewegungsaktion, zum Beispiel einem Streetsoccer-Turnier, eine „Saftbar“ (Ernährung) und ein Cool-down mit anschließender Massage der beanspruchten Muskelgruppen (Entspannung) angeboten.

Nachhaltige Wirkung im Alltag

Nachhaltigkeit bedeutet, dass eine gesundheitsfördernde Intervention oder Elemente davon aus einem GUT DRAUF-Angebot über die aktuelle Wirkung hinaus im Denken und Verhalten von Jugendlichen langfristig erhalten bleiben.
Wenn junge Menschen zukünftig aus der Vielfalt von Angeboten die gesündere Alternative wählen, ist das Ziel erreicht.
Die GUT DRAUF-Angebote sollen Jugendliche motivieren, gesundheitsförderndes Verhalten oder kleine Happen aus den Angeboten, die sie ausprobiert haben und ihnen Spaß machen, in ihren Alltag zu übernehmen. Hier ein alkoholfreies Cocktailrezept für die nächste Party, dort eine Gurkenmaske vor dem Fernseher oder eine Atemübung gegen Prüfungsstress. Wiederkehrende Elemente und „Rituale“, die Gesundheit mit Genuss verbinden, erhöhen die Chance, dass Jugendliche diese Alternativen gut finden und dann in ihr Alltagsverhalten übernehmen.

ZIELGRUPPENORIENTIERUNG UND AUFGREIFEN AKTUELLER JUGENDKULTUREN

GUT DRAUF-Angebote richten sich an Heranwachsende von 5 bis 18 Jahren und orientieren sich an Herausforderungen, Bedürfnissen und Interessen dieser Zielgruppe.
Aktuelle Jugendkulturen wie Hip-Hop oder Gothic und Trendsportarten wie Skaten oder Streetball werden für gesundheitsgerechte und spannende GUT DRAUF-Events aufgegriffen.
Das Element Bewegung (z. B. Sport- und Spielinszenierungen), das Element Stressregulation (z. B. Massageketten, Fantasiereisen, Entspannungs- und Konzentrationsübungen) und das Element Ernährung (z. B. Essensfeste und thematisches Kochen) werden in GUT DRAUF-Angeboten zu einem harmonischen Ganzen miteinander verbunden.
Die Inszenierung einer GUT DRAUF-Aktion knüpft an die Alltagserfahrungen der Jugendlichen an und greift ihre Bedürfnisse nach Abenteuer, Spannung, körperlicher Selbsterfahrung und geistig-seelischer Anregung auf.
GUT DRAUF-Programmangebote verbinden die drei Elemente zu einem lustvollen sozialen Erlebnis.

GESUNDHEIT IN SZENE SETZEN

Aus eigenem Interesse setzen sich Jugendliche im Alltag nur selten mit dem Thema Gesundheit auseinander und überprüfen daraufhin ihre Lebensweise. Oftmals assoziieren junge Menschen Gesundheit allein mit Verzicht oder schlichtweg mit nicht krank sein".
Soll sich Gesundheit in ein aktuelles Thema für Jugendliche wandeln, ist die erlebte Verbindung mit positiven Werten wie Fitness, Spaß, Ästhetik, Schönheit und Genuss unumgänglich.

Hier sind gemeinsame Erlebnisse (Null-Promillo-Bar, Picknick-Aktionen, internationale Buffets) gefordert, die das Thema Gesundheit in diesen positiven Kontext stellen, ohne es ausdrücklich zu benennen oder in den Vordergrund zu stellen. Insofern werden GUT DRAUF-Aktionen inszeniert. Sie zeichnet von der ersten Ansprache über das Essensangebot, die Spiele und Gespräche bis hin zur Dekoration ein Wohlfühlambiente aus, das junge Leute mit allen Sinnen angespricht und sie anregt, gesunde Alternativen auszuprobieren.

Wenn Jugendliche ein entsprechend der Ernährungspyramide aufgebautes Frühstückbüffet selbst zubereiten, kommen sie schnell zu dem Schluss, dass sich zu wenige kalorienarme Getränke oder zu wenig Vollkorn und frisches Gemüse auf dem täglichen Speisezettel befinden.

QUALIFIZIERTES PERSONAL

Das GUT DRAUF-Programm wird nur von speziell ausgebildeten und qualifizierten Personen verantwortet und durchgeführt. Geschulte Fachkräfte, die die Gesundheitsangebote in die Praxis umsetzen, stellen die Garantie für die stete Qualität von GUT DRAUF dar. GUT DRAUF-Trainerinnen und Trainer müssen für ihre Lizenz auch unter Beweis stellen, dass sie wissen, was Jugendliche gerade bewegt und was angesagt ist (zum Beispiel Hip-Hop-Sounds kennen, um mit Jugendlichen selbst Musik zu machen, eigene Texte zur schreiben, eine eigene Show zu choreografieren).
Ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen werden durch Weiterbildung und institutionsübergreifenden Erfahrungsaustausch erreicht. Zu diesem Zweck werden GUT DRAUF-Basisschulungen und -Fachtage angeboten. Diese Zusatzqualifikation richtet sich an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die mit Jugendlichen in den unterschiedlichsten Handlungsfeldern arbeiten.

PARTIZIPATION UND TEAMORIENTIERUNG

Partizipation meint, dass junge Menschen als Teilnehmerin oder Teilnehmer eines Programmangebotes bei GUT DRAUF-Aktionen und -Programmen aktiv mitwirken und selbst „mit Hand anlegen”.

Das eigene Lebensumfeld zu gestalten ermöglicht Jugendlichen, in ihrem Sinne Einfluss zu nehmen. Die Mitbestimmung bewirkt bei jungen Menschen eine hohe Akzeptanz für das Resultat. So stärkt die Anerkennung, die Jugendliche für das eigene Engagement (besonders aus ihrer Peergroup) erhalten, ihr Selbstbewusstsein und weckt körperliches und seelisches Wohlbefinden. Mitbestimmung steigert die Eigenverantwortlichkeit und betont die emotionale Dimension des Wohlfühlens und kann vorbeugend gegen Stress wirken.

Ein Ziel im Team zu erreichen stellt über Kommunikation und gemeinsames Entscheiden und Handeln ein positives Gruppenerlebnis her. Teamarbeit unterstützt das Selbsterleben, fördert die Kooperationsfähigkeit und beugt „Einzelgängertum” und Vereinsamung vor. Die Erfahrung von schönen Erlebnissen in der Gruppe betont wiederum die soziale Dimension des Wohlfühlens.

Wenn zum Beispiel eine GUT DRAUF-Party verabredet worden ist, sind die Jugendlichen selbst verantwortlich für die Planung. Vom Gruppenleiter bekommen sie lediglich Hilfe und Beratung bei der Koordination. Von der Verpflegung über die Raumgestaltung bis hin zur Showeinlage müssen sie sich untereinander abstimmen und werden so selbst zu Akteuren an diesem Abend.

QUALITÄTSSICHERUNG UND EVALUATION

Die Qualitätssicherung stellt dauerhaft sicher, dass die im GUT DRAUF-Programm formulierten Ziele korrekt verfolgt werden. Mit Hilfe genauer Methoden wird abgeglichen, ob und wie die Qualitätskriterien erfüllt werden.
Untersucht werden neben den Effekten von GUT DRAUF-Angeboten bei Jugendlichen auch die einzelnen Schritte im Entwicklungsprozess von Kooperationspartnern. Auf diesem Weg werden zum Beispiel Veranstaltungsformate und Aktionsabläufe auf ihre Stimmigkeit hin überprüft, bevor sie als Best-practice-Modell verallgemeinert und in Handlungsfelder übertragen werden.
Die Ergebnisüberprüfung erfolgt aus unterschiedlichen Perspektiven. Dazu werden die Rückmeldungen von Jugendlichen und die Fragebögen von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie GUT DRAUF-Trainerinnen und -Trainern ausgewertet.
Ziel ist es, alle Effekte zu erfassen, die bei den jungen Menschen erzielt werden. Besonders interessant sind natürlich solche Faktoren, die zu nachhaltigen Einstellungs- und Verhaltensänderungen bei jungen Leuten führen.
Zusammengetragen und wissenschaftlich beurteilt bilden die Auswertungen dieser Ergebnisse wiederum die Basis für die Fortentwicklung des GUT DRAUF-Programms und das Erarbeiten neuer Praxiselemente.
Die Erkenntnisse dieser Untersuchungen fließen in die konzeptionelle Weiterentwicklung der Qualifizierung und Fortbildung der Partnerinnen und Partner ein und steigern so die Qualität aller Maßnahmen und Projekte.

Vernetzung

Das GUT DRAUF-Programm ist breit und offen angelegt und wird von Verbänden, Vereinen, Schulen, Ausbildungsbetrieben sowie von Jugendreiseveranstaltern und Anbietern von Gruppenunterkünften (z. B. Jugendherbergen) umgesetzt und in der Praxis mit Leben gefüllt.
Dieser Ansatz führt Fachkräfte aus unterschiedlichsten Disziplinen und Handlungsfeldern regional und national (zum Beispiel bei den bundesweiten Jahrestagungen) zusammen. So fördert die Vernetzung der GUT DRAUF-Akteurinnen und Akteure den Austausch, die Weiterentwicklung und die Qualität des GUT DRAUF-Programmes insgesamt und seiner konkreten gesundheitsfördernden Angebote für Jugendliche.
Über Kooperationen und Netzwerke werden Synergien und auch Ressourcen effizienter nutzbar, und gegenseitige Anregungen können interdisziplinär und institutionsübergreifend verwendet werden.