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Berichte aus den Handlungsfeldern

Fachtag im Kölner GOJA-Netzwerk Teil 2

Mentale Krisen, Resilienz, Depressionen und Suizidalität bei jungen Menschen erkennen und begleiten

GUT DRAUF-Fachtag_GoJa_260626
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Wie geht es unseren jungen Menschen? 
Diese Frage beschäftigt Fachkräfte, Eltern, Schulen und die Jugendhilfe mehr denn je. Psychische Belastungen, Einsamkeit, Zukunftsängste und Krisenerfahrungen gehören für viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mittlerweile zum Alltag. Umso wichtiger ist es, pädagogische Fachkräfte darin zu stärken, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und junge Menschen kompetent und einfühlsam zu begleiten.

Aus diesem Grund hat das GUT DRAUF-Team dem hochaktuellen Thema nicht nur einen einzelnen Fortbildungstag gewidmet, sondern eine zweitägige GOJA-Fachtagreihe konzipiert. Am Freitag, den 26. Juni 2026, fand im Seeberger Treff in Köln der zweite Teil dieser Veranstaltungsreihe statt. Gemeinsam mit 14 Pädagoginnen aus der Jugendhilfe wurde intensiv gearbeitet, diskutiert, reflektiert und gelernt.

Bereits zu Beginn zeigte sich,
wie groß das Interesse und die Relevanz des Themas sind. Da ein Teil der Teilnehmenden bereits den ersten Fachtag besucht hatte, wurde die Gruppe zunächst aufgeteilt, um den unterschiedlichen Wissensständen und Lernbedarfen gerecht zu werden.

Die erste Gruppe knüpfte
an die Inhalte des ersten Fachtags an und beschäftigte sich vertiefend mit den Resilienzfaktoren junger Menschen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie mentale Gesundheit aktiv gefördert werden kann und welche Schutzfaktoren Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, Krisen besser zu bewältigen. Gemeinsam wurden praktische Handlungsmöglichkeiten erarbeitet, die sich direkt in den pädagogischen Alltag übertragen lassen.

Die zweite Gruppe erarbeitete
zunächst grundlegendes Wissen über die aktuelle gesundheitliche und psychosoziale Situation junger Menschen. Dabei wurden insbesondere die Übergänge von alltäglichen Entwicklungsherausforderungen hin zu mentalen Krisen betrachtet. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie junge Menschen in belastenden Situationen sensibel angesprochen werden können und welche Signale Fachkräfte ernst nehmen sollten.

Am Nachmittag wurden beide Gruppen wieder zusammengeführt. Der Fokus lag nun auf dem Krankheitsbild der Depression, einer psychischen Erkrankung, die viele junge Menschen betrifft und deren Symptome oftmals erst spät erkannt werden. Gemeinsam wurden typische Anzeichen, Risikofaktoren und Unterstützungsangebote beleuchtet.

Darauf aufbauend widmeten
sich die Teilnehmenden dem anspruchsvollen, aber unverzichtbaren Thema Suizidalität bei jungen Menschen. Dabei standen insbesondere die Gesprächsführung, das Krisenmanagement sowie die Handlungssicherheit in akuten Belastungssituationen im Vordergrund. In praxisnahen Übungen konnten die Pädagoginnen schwierige Gesprächssituationen erproben und reflektieren. Ziel war es, mehr Sicherheit darin zu gewinnen, junge Menschen in Krisen anzusprechen, ihre Sorgen ernst zu nehmen und gemeinsam passende Unterstützungswege einzuleiten.

Besonders beeindruckend
war die Offenheit und das Engagement der Teilnehmenden. Trotz der enormen sommerlichen Hitze und der emotional herausfordernden Inhalte gelang es der Gruppe, sich konzentriert auf die Themen einzulassen und einen vertrauensvollen Austausch zu gestalten. Die intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen aus der Praxis machte deutlich, wie wichtig fachliche Weiterbildung und kollegiale Vernetzung gerade in diesem Arbeitsfeld sind.

Am Ende des Tages waren sich die Teilnehmenden einig: Die psychische Gesundheit junger Menschen wird auch in den kommenden Jahren eine der zentralen Herausforderungen für die Jugendhilfe bleiben. Gleichzeitig wurde deutlich, dass pädagogische Fachkräfte einen entscheidenden Beitrag leisten können, indem sie präsent sind, zuhören, Beziehungen gestalten und junge Menschen auf ihrem Weg begleiten.

Ein besonderer Dank
gilt dem Seeberger Treff in Köln, der uns erneut mit großer Herzlichkeit empfangen und hervorragende Rahmenbedingungen für die Veranstaltung geschaffen hat. Die angenehme Atmosphäre hat wesentlich zum Gelingen des Fachtags beigetragen.

Geleitet wurde die Veranstaltung von den GUT DRAUF-Trainern Michael Borger und Samuel Koelewijn, die die Teilnehmenden mit fachlicher Expertise, Praxisnähe und viel Engagement durch die verschiedenen Themenbereiche führten.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für einen intensiven, bewegenden und inspirierenden Fachtag und freuen uns darauf, die gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam in die Praxis der Jugendhilfe zu tragen. Denn eines wurde an diesen beiden Tagen besonders deutlich:

Psychische Krisen können jede und jeden treffen. Menschen, die hinschauen, zuhören und begleiten können, machen dabei oft den entscheidenden Unterschied.
Text: Samuel Koelewijn – koelewijn.de; Fotos: Veronika Yar