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Handlungsfelder von GUT DRAUF

Handlungsfelder für die inhaltliche und praktische Umsetzung von GUT DRAUF sind Schule, Jugendarbeit, Jugendreiseveranstalter, Jugendunterkünfte, Sportvereine und Einrichtungen der Berufliche Qualifizierung.

Schule

Schule als Lebens- und Lernraum für Kinder und Jugendliche ist ein zentrales Handlungsfeld für präventive Maßnahmen.

Aus allen sozialen Schichten können Kinder und Jugendliche über mindestens 5 Jahre fast täglich erreicht werden. Diese Ausgangssituation bietet Raum und Zeit für ganzheitliche Gesundheitserziehung im Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlbereich. Nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz der Länder von 1992 wird Gesundheitserziehung als „Auftrag zur Förderung einer gesundheitsdienlichen Lebensweise und Lebenswelt im Hinblick auf die physische, psychische und soziale Gesundheit“ verstanden.

Das GUT DRAUF-Konzept findet deshalb in drei Bereichen der Schule seinen Platz:

  • im Unterrichts- und Schulalltag,
  • bei der Umgebungs- und Raumgestaltung
  • und auf Klassenfahrten.

Neue Chancen für stressfreien Unterricht
Der Unterrichtsalltag an vielen Schulen sieht Lernende wie Lehrende immer wieder in der Situation der kognitiven Überlastung und damit in dem Konflikt zwischen „nichts geht mehr“ und „irgendwie bekommt man die Stunde noch rum“.
Die Einführung einer Stressregulationskultur in Form von kleinen „Inszenierungen“ der Entspannung und Aktivierung im Unterricht helfen, Belastungsspitzen zu kappen (möglicherweise erst gar nicht auftreten zu lassen), das Lernen hemmende Emotionen aus dem Unterricht herauszunehmen und so eine insgesamt lernförderliche und persönlichere Lernatmosphäre zu schaffen.

Die schulische Umgebungsgestaltung ist oft nicht „gut drauf“
Gerade Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen finden ihre Räume oft in einem funktionalen Minimalismus vor, in dem sich die Lernwelt zwischen Tafel, Lehrerpult, Tischreihen und Klassenschrank erschöpft. Man setzt sich auf den Stuhl und wartet ab, was kommt.
Mit GUT DRAUF werden schulische Räume so verändert, dass sie das Schulleben und die Art des Unterrichtens beeinflussen und motivierend und gesundheitsförderlich wirken. Dabei geht es nicht nur um Verbesserungen fürs Auge, sondern mehr um Veränderungen, die auch das Geschehen im Raum beeinflussen.

GUT DRAUF unterstützt Schulen dabei, erlebnis- und spaßorientierte, gesundheitsförderliche Elemente der Ernährung, Bewegung und Stressregulation als Bereicherung des Ablaufs von Klassen- und Kursfahrten einzubauen.

Berichte aus dem Handlungsfeld Schule

Jugendarbeit

Bei Einrichtungen und Angeboten der Jugendarbeit können Kinder und Jugendliche in einer offenen ungezwungenen Atmosphäre ihren Freizeitinteressen nachgehen.

Jugendfreizeiteinrichtungen bieten ihnen unter fachlicher Anleitung zahlreiche Möglichkeiten, eigene Interessen und Fähigkeiten zu entfalten, Grenzen auszutesten, sich aktiv zu beteiligen und für die eigenen Wünsche und Bedürfnisse einzustehen sowie Erfahrungen mit Gleichaltrigen zu sammeln. Damit gehen unterschiedliche Chancen und Herausforderungen einher, für die die Kinder und Jugendlichen unterschiedliche Bewältigungsstrategien entwickeln müssen.

Gesundheitsorientierte Jugendarbeit bietet jungen Menschen attraktive Angebote und fördert ihre Genuss-, Erlebnis- und Kommunikationsfähigkeiten sowie ihre Selbstwahrnehmung und Handlungskompetenzen. Angebote der Jugendarbeit schaffen Gelegenheiten und Räume: Durch das hohe Maß an Freiwilligkeit und Beteiligung können Kinder und Jugendliche Alternativen finden, die sich einerseits an einem gesundheitsfördernden Verständnis orientieren und andererseits zu ihren individuellen Interessen passen.

Berichte aus dem Handlungsfeld Jugendarbeit

Jugendreisen und Jugendunterkünfte

Jugendliche für gesundheitsförderliche Bewegung, Ernährung und bewussten Umgang mit Stress zu interessieren und zu motivieren gelingt am besten über Spaß, Erlebnis und Abenteuer. Dazu bieten sich idealerweise Reisen und Freizeitprogramme fernab vom Alltagstrott an.

Ob eine Reise zum Erlebnis wird, ist zwar im Grunde Sache des Einzelnen, wird aber durch die Reisebedingungen und die Umgebung des Reiseziels in hohem Maße mit beeinflusst. Jugendreisen und Jugendunterkünfte wie Jugendherbergen, -camps, -clubs oder -hotels sowie Freizeitprogramme (z. B. Klassenfahrten) sollten deshalb auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ausgerichtet sein und nicht deren Alltag mit seinen negativen Erfahrungen wie Stress, Leistungs- und Konkurrenzdruck, Selbstzweifel, Fremdheit, Ausgrenzung und Vereinzelung widerspiegeln.

Folgende Kriterien sind möglichst zu berücksichtigen:

  • Soziale und räumliche Situationen arrangieren, die emotionale Nähe entstehen lassen.
  • Über die Organisation der Reisesrahmenbedingungen den Jugendlichen Entscheidungen abnehmen.
  • Über die verbindliche Einführung angenehmer Rituale den Jugendlichen vorübergehend kollektive Gewissheiten vermitteln.
  • Erlebnisräume inszenieren, in denen die Menschen Profil zeigen, in denen sie über fremde und ungewohnte Rollen Kontur gewinnen können.
  • Angebote und Animationen so dosieren, dass nicht ein Ereignis das andere jagt. „Zeit geben und Zeit lassen“ zur Tugend machen.

GUT DRAUF legt bei Jugendreisen und -unterkünften besonderes Gewicht auf die Qualität der Angebote (weniger ist oft mehr!), eine Atmosphäre, die dem Wohlbefinden dient, und eine dezente, statt aufdringliche Animation. Dabei kommen, jeden Tag miteinander verknüpft, die drei GUT DRAUF-Elemente Bewegung, Stressbewältigung und Ernährung vor.

Berichte aus dem Handlungsfeld Jugendreise und Jugendunterkünfte

Sportverein

Bewegung ist für Kinder und Jugendliche eine wesentliche Voraussetzung für gesundes Aufwachsen und Wohlbefinden, für die Persönlichkeitsentwicklung und das Erlernen sozialer Kompetenzen.

Durch gesellschafts- und umweltbedingte Veränderungen spielt Bewegung jedoch eine immer geringere Rolle im alltäglichen Leben. Nur etwa 29 Prozent der Jungen und 22 Prozent der Mädchen sind die von der WHO empfohlenen 60 Minuten pro Tag körperlich aktiv (KiGGS Welle 2). Mit zunehmendem Alter steigt die Inaktivität, was sich zum Beispiel in (Sport-)Vereinsaustritten Jugendlicher gerade in diesem Handlungsfeld widerspiegelt.
Da Sportvereine aber ein wichtiges Setting sind, um Jugendliche zu mehr Bewegung und Sport zu motivieren, regt GUT DRAUF sie dazu an, Jugendliche auch mit unkonventionellen, erlebnisorientierten und geschlechtsspezifischen Angeboten anzusprechen und zu halten.

Neue Wege im Umgang mit Sport
Mit GUT DRAUF können Sportvereine ein Selbstverständnis entwickeln, das Jugendliche als Mitbestimmende und Mitgestaltende zur Grundlage der Jugendarbeit macht. Auf dem Programm stehen attraktive vereinsgebundene und offene (Trend-)Sport-, Spiel- und Bewegungsangebote (z. B. Streetball, Hockey, Badminton, Inlinescating oder Videoclip-Dancing) und regelmäßige freizeitorientierte Events.
Im Sinne des ganzheitlichen Konzepts von GUT DRAUF fördert der Sportverein nicht nur die Bewegung, sondern auch die Entspannung und gesunde Ernährung (z. B. in Form von regelmäßigen Koch- und Ess-Events an Wettkampf-, Pokal- oder Freundschaftsspieltagen oder auf Freizeitreisen).

Körperwahrnehmung kommt zu kurz
Beim Sport spielt die Leistung des Körpers eine zentrale Rolle. Er ist das Werkzeug, mit dem Höhen, Weiten und Zeiten erreicht, Tore geschossen und Körbe erzielt werden. Das traditionelle Sportverständnis wird von dem Erlernen und richtigen Ausführen vorgegebener Bewegungstechniken, von Wettkampf und Regeln geprägt.
Ein erweitertes Sportverständnis nach GUT DRAUF bezieht die Vielfalt menschlicher Bewegung und die Wahrnehmung des Körpers in der Bewegung mit ein. Seinen Körper und dessen Reaktionen fühlen und verstehen ist für Jugendliche wichtige Voraussetzung zur Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins und Verantwortungsgefühls für den Körper.

Berichte aus dem Handlungsfeld Sportverein

Berufliche Qualifizierung

Die Übergangsphase zwischen Schule und Beruf stellt für junge Menschen vielfältige Chancen und Herausforderungen dar.

Mit der Aufnahme eines Studiums, einer Ausbildung und einer berufsvorbereitenden Maßnahme beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der mit einer größeren Selbstständigkeit und Eigenverantwortung einhergeht. Gleichzeitig beginnt beispielsweise mit dem Einzug in die erste eigene Wohnung die Loslösung vom Elternhaus, mit der ganz praktische Aufgaben verbunden sind: alleine kochen, Einkäufe erledigen, mit dem (knappen) Budget haushalten, Termine koordinieren und Freizeit gestalten.

Diese Anforderungen nehmen junge Menschen sehr unterschiedlich auf, nicht selten führen sie zu einem erhöhten Stresslevel, aber auch zu einer neuen Veränderungsbereitschaft und einem positiven Gefühl von Selbstwirksamkeit und Eigenständigkeit.

Das Handlungsfeld fächert sich breit auf: Unter dem Sammelbegriff der Beruflichen Qualifizierung werden ausbildungsbezogene Angebote in Betrieben, an Berufskollegs und Berufsschulen sowie das Segment der Berufsförderung in Jugendwerken und Jugendwerkstätten im Sinne der Jugendberufshilfe gefasst.

GUT DRAUF findet daher in mehreren Bereichen des Handlungsfeldes Platz:

  • Qualifizierung des Ausbildungs- und Lehrpersonals,

  • Integration in den Unterrichts- und Berufsschulalltag (GUT DRAUF-Verankerung im Curriculum und/oder Durchführung von GUT DRAUF-Veranstaltungen),

  • bei der Umgebungs- und Raumgestaltung,

  • im Betrieblichen Gesundheitsmanagement des Unternehmens oder der Einrichtung,

  • mit Bezug zur persönlichen Alltagsgestaltung der Auszubildenden bzw. Mitarbeitenden (Stichwort Lebenskompetenzförderung),

  • Entwicklung von unternehmensbezogenen Modulen/Handbüchern zur Umsetzung,

  • Labelung von einzelnen Angeboten und/oder Zertifizierung von Standorten.

Berichte aus dem Handlungsfeld Berufliche Qualifizierung