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Fördermöglichkeiten im Rahmen des Präventionsgesetzes – gehen wir’s an!

Etwa 50 Expertinnen und Experten aus dem GUT DRAUF-Netzwerk, darunter erfahrene und neue Projektpartner, langjährige Trainerinnen und -Trainer, aber auch das neugierige Team der Gesamtkoordination tauschten sich am 11. September 2019 beim Vernetzungstag in der Jugendherberge Köln-Riehl dazu aus: Wie sieht eine Förderung – konkret: finanzielle Unterstützung – für die Umsetzung nachhaltiger Angebote zur Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen?

Kein GUT DRAUF-Treffen ohne Workshop
Komplexe Sachverhalte anschaulich erklärt
Mittelakquise – keine leichte Sache
Gelegenheit zum Austausch
Mitten im GUT DRAUF-Netzwerk
Stärkung an der Smoothie-Bar

Das Präventionsgesetz sieht seit seiner Verabschiedung 2016 vor, dass die Versicherungsträger in Deutschland u. a. Gesundheitsförderung in verschiedenen Lebenswelten finanziell unterstützen und antragsberechtigten Organisationen eine Förderung zusichern. Konkret können Einrichtungen aus den Lebenswelten Kita, Schule und Kommune Anträge auf zwei verschiedenen Ebenen einreichen: Zum einen bei den Koordinierungsstellen für gesundheitliche Chancengleichheit ihres jeweiligen Bundeslandes, um bspw. als Zusammenschluss mehrerer Einrichtungen mit Absichtserklärung des Jugend- oder Gesundheitsamtes eine „kassenübergreifende Förderung“ zu erhalten oder aber um als einzelne Einrichtung der geförderten Lebenswelten bei einer Krankenkasse Förderanträge zu stellen.

Diese in der Umsetzung weiterhin komplexen Inhalte und Vorgehensweisen wurden in Köln für das Publikum auf anschauliche Weise heruntergebrochen: Stephanie Funk aus der Fachgruppe Prävention und Gesundheitsförderung des Landeszentrums für Gesundheit NRW sowie Frank Wirtz, Berater Lebenswelten der Techniker Krankenkasse, erläuterten die Verfahrenswege mit ihren Chancen und Herausforderungen. Am Ende wurde deutlich, dass sowohl GUT DRAUF als Aktion, als auch die schon jahrelang vielseitig laufende Umsetzung bereits viele der geforderten Kriterien für eine erfolgreiche Antragsstellung erfüllt und sich diese Praxis gut in den Rahmen einer ganzheitlichen Gesundheitsstrategie, die die Antragssteller darstellen sollten, einfügen lässt.

Anschließend konnten sich die Teilnehmenden auf unserem Markt der Möglichkeiten über weitere Praxispartner, die Antragswege, aber auch einige der kommunalen GUT DRAUF-Netzwerke informieren und schauen, an welchen Stellen sich eine Zusammenarbeit ergeben kann. Die Pause zum Austausch kam nach dem Mittagessen und einer Stärkung an der Smoothie-Bar oder der GUT DRAUF-Tanke, in der Jürgen Meyer auf dem Vorplatz mit leckeren Snacks aufwartete, genau richtig.

Mit gutem Gefühl startete die Gruppe dann in den Nachmittag: Im Rahmen zweier Workshops zu den Themen

wurden die am Vormittag besprochenen Inhalte mit der Wirklichkeit abgeglichen (WS I fand nicht statt). Langjährige aktive Partner berichteten von ihren Erfahrungen, Fördergelder zu erhalten und sie in wirksame Projekte zur Gesundheitsförderung einfließen zu lassen, aber auch von Potenzialen und Herausforderungen, die von moderierten GUT DRAUF-Netzwerken ausgehen. Die verschiedenen Formate der Veranstaltungen ermöglichten, an jeder Stelle einen kritischen Blick einzunehmen, viel Gutes in der eigenen Praxis zu erkennen und offene Fragen zu klären.

Eine Abschlussrunde im Plenum zeigte daher auch klare Ergebnisse:
Erfolgreiche Mittelakquisition läuft immer auf höheren Ebenen ab: Wie bereits oft bestätigt, sind kommunale Ansprechpersonen, die selbst überzeugt von der GUT DRAUF-Idee sind, enorm wichtig, damit eine Gesundheitsstrategie kommunal flächendeckender umgesetzt werden und ein aktives Netzwerk aufgebaut, aber auch finanzielle Mittel akquiriert werden können. Der Wille zur Zusammenarbeit und gemeinsamen Initiative trägt diese Grundidee weiter – für Projektförderungen liefert ein letter of intent eines zuständigen Amtes, z. B. Jugend- oder Gesundheitsamt oder Sportbund, die nötige Präsenz und Wichtigkeit des Themas bei Fördergebern.

Konkrete Ergebnisse standen am Schluss:

  • Die Gesamtkoordination geht mit der Fußballfabrik Ingo Anderbrügge aus Recklinghausen in die konkrete Beantragung bereits erarbeiteter Konzepte zu Gesundheitsförderung à la GUT DRAUF mit einer Krankenkasse.

  • Im Zuge einer neu aufgelegten GUT DRAUF-Internetseite, die Anfang 2020 erwartet wird, soll eine Art „Suche-Biete-Börse“ dazu dienen, dass sich GUT DRAUF-Partner untereinander vernetzen, sich also z. B. Jugendeinrichtungen für die Umsetzung von Angeboten mit Programmanbietern zusammenfinden.

  • Gute Netzwerkarbeit, die wächst und kommunal moderiert wird, hängt ganz zentral von Engagement und Motivation der Ansprechperson ab – nur so können Haltung und Überzeugung von GUT DRAUF nachhaltig in die Praxis, aber auch die Bedarfe der Praxis auf die kommunale Ebene getragen werden.

  • Die Koordinatorinnen und Koordinatoren der regionalen GUT DRAUF-Netzwerke bilden eine Werkstatt bzw. einen Rahmen, in dem sie sich überregional vernetzen, Konzepte und Ideen austauschen und damit bundesweit sichtbarer werden können. Die Wege von Köln nach Kiel oder von Düsseldorf nach Braunschweig sind damit gar nicht mehr so weit, und Geheimnisse darüber „Wie machen es die anderen? Was klappt da gut?“ konnten endlich gelüftet werden!

Alles in allem war es ein bunter, informativer Tag, nachdem mutig und mit Tatendrang in die Zukunft geschaut werden kann. Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden und Aktiven für die gelungene Veranstaltung und die guten Ergebnisse, mit denen wir weiterarbeiten können!
Text: Ina Holschbach 
Fotos: Sandra Anders

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