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Gemeinsam. Gesund. Wachsen.

Neues Pilotprojekt zur Gesundheitsförderung in Kitas und Familienzentren startet in Kiel

Mit fachlicher Unterstützung der BZgA, erfahrenen Trainerinnen und Praktikern und Praktikerinnen sowie der GUT DRAUF-Gesamtkoordination wurde in den vergangenen Monaten eine neue Qualifizierungsreihe entwickelt, die sich dem Thema Gesundheit in Kindertageseinrichtungen und erstmalig in Familienzentren mit einem ganzheitlichen und umfassenden Ansatz widmet.

Modul B: Resilienz im Kindesalter
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Ausgehend von der bekannten Tatsache, dass Gesundheitsförderung bereits im Kindesalter ansetzen sollte und dass dazu alle beteiligten Akteure gefragt sind, um für ein gemeinsames, gesundes Aufwachsen Verantwortung zu tragen, basiert die Qualifizierung auf dem Verständnis, dass Kinder dann gesund aufwachsen können, wenn alle am Prozess Beteiligten eine gesundheitsorientierte Grundhaltung vertreten.

Daher bieten gerade die Familienzentren eine gute Chance, um ein breit aufgestelltes Gesundheitsverständnis zu installieren. Gesundheitsbewusstes Handeln in der Kita oder im Familienzentrum kann zudem nur dann von den pädagogischen Fachkräften wirksam weitergegeben werden, wenn sie sich selbst in der Einrichtung wohlfühlen, sich als selbstwirksam erleben und eine Balance zwischen privaten und beruflichen Verpflichtungen erleben.

Wie also Gesundheit früh fördern?
Dazu bedarf es eines Blicks auf die Kinder, die Eltern, die Mitarbeitenden und die Akteure im Sozialraum. Mit dem Konzept „Gemeinsam. Gesund. Wachsen. – Das Gesundheitsprofil für Kitas und Familienzentren“ (GGW) werden die teilnehmenden Einrichtungen über modular aufgebaute Schulungen, Beratungen und Coachings in diesem Prozess über 12 Monate hinweg darin unterstützt und begleitet, ein Gesundheitsprofil zu entwickeln bzw. zu schärfen. Dazu werden Themen wie Partizipation, Mitarbeitenden-Gesundheit, der GUT DRAUF-Dreiklang mit ausgewogener Ernährung, ausreichender Bewegung und einem gelingenden Umgang mit Stress sowie der Aufbau von Resilienz systematisch in den Arbeitsalltag integriert.

Somit umfasst die Qualifizierung mehrere Ebenen und geht über die reine Wissensvermittlung hinaus, da gemeinsam mit den Teilnehmenden in zeitlich gut abgestimmten Fortbildungs- und Coachingmodulen an einer langfristigen Veränderung ihrer Haltung gearbeitet wird. Die Einbindung der Mitarbeitenden und der Blick auf deren eigenes Gesundheitsverhalten unterstützt diese und fördert ihre Zufriedenheit.

Die teilnehmenden Einrichtungen erhalten nach Durchlaufen dieses nachhaltigen Qualitätsmanagementprozesses das „Gemeinsam. Gesund. Wachsen.“-Gütesiegel und können damit den eigenen Auftrag und die Rolle als Vernetzungsstelle im Sozialraum optimal ausfüllen und die Qualität ihrer Arbeit sichtbar machen.

Wo startet GGW?
In zwei Pilotregionen! Aktuell nehmen mit dem Familienzentren Friedrichsort, bestehend aus dem AWO Kinderhaus an der Schanze und der ev. Kita Lummerland, dem DRK Familienzentrum Wellsee und dem DRK Familienzentrum Henstedt-Ulzburg, vier Einrichtungen in Kiel für die Region Schleswig-Holstein teil und haben die erste Modulschulung durchlaufen. 

Am 23. und 24. Mai 2019 ging es im Familienzentrum Kiel-Wellsee mit insgesamt acht Teilnehmenden mit Funktion der Leitung, Koordination oder Stellvertretung neben allgemeinen Informationen zum Qualifizierungsprozess und dem GUT DRAUF-Dreiklang (Modul A) um Resilienz im Kindesalter und Gesundheit der Mitarbeitenden (Modul B) – alles in allem komplexe Themen, die einige Parallelen zueinander aufweisen. 

Der Blick auf eigene Schutzfaktoren und gesundheitsrelevante Ressourcen, aber auch das eigene Führungsverhalten und die Frage, inwieweit ich in meinem privaten Umfeld im Sinne der berühmten work-life-balance „gut aufgestellt“ bin, war vielfältig und spannend! Am Ende der Schulung konnten viele gute Ideen für die weitere individuelle Gestaltung der Modulreihe, aber auch die praktische Umsetzung in den Einrichtungen selbst gebündelt werden. Wir blicken tatkräftig in die Zukunft und bedanken uns bei den Teilnehmenden für den offenen Austausch und die Bereitschaft, diesen Pilotprozess mitzugestalten – ein rundum gelungener Auftakt!
Die Qualifizierung wurde von Oliver Schmitz, Ina Holschbach (transfer e.V.) und Barbara von Eltz (Regionalkoordinatorin) durchgeführt.

Ein zweiter Durchlauf startet im Sommer mit Kindertageseinrichtungen des Christlichen Jugenddorfwerks (CJD).
Text & Foto: transfer e. V.

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