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Das CJD Berufsbildungswerk Homburg ist gut drauf

Am 20. Februar 2019 wurde nicht nur die GUT DRAUF-Zertifizierung des CJD Berufsbildungswerks in Homburg/Saar gefeiert, die Einrichtung konnte sich auch über eine GUT DRAUF-Aktionsbox freuen, überreicht von der BZgA-Referentin Christiane Liebald.

Feierliche Übergabe des GUT DRAUF-Zertifikats an das CJD Homburg: Geschäftsführer Norbert Litschko, Sabine Schwender (Teamleiterin Internat), Fachbereichsleiterin Schule Dr. Annette Benz, Dieter Thielen, Leiter der Ausbildung, und BZgA-Referentin Christiane Liebald
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Seit Anfang 2018 kooperieren das CJD und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Rahmen der Aktion GUT DRAUF (GD). Wie schon im Namen erkennbar, geht es darum, dass die Auszubildenden und die Mitarbeitenden gut drauf sind. Und das im physischen wie auch im psychischen Sinne, körperlich und geistig gesund eben.

Der Geschäftsleitung des CJDs ist es wichtig, dass alle Beteiligten bei dem Projekt mitmachen. Denn nur wenn es den Auszubildenden und Mitarbeitenden gut geht, bringen sie motiviert und mit viel Freude in der Ausbildung und in der Arbeit wirklich gute Leistungen.

Die CJD-Pressestelle hat Christiane Liebald, die Fachreferentin in der BZgA für das GUT DRAUF-Programm, zur Kooperation mit dem CJD befragt.

Frau Liebald, wie sieht die Zusammenarbeit bei GUT DRAUF aus? Welche Aufgaben obliegen dem CJD, welche der BZgA?

Das CJD und die BZgA haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, in der sich beide Partner auf eine langfristig angelegte Zusammenarbeit verpflichtet haben. Die BZgA übernimmt im Wesentlichen die Schulung, Beratung und Unterstützung bei der Vorbereitung der Zertifizierung. Die CJD-Einrichtungen verpflichten sich, neben materiellen und personellen Ressourcen für die Umsetzung von GD auch die Kosten für die Zertifizierung zu übernehmen.

Was ist bis jetzt schon passiert? Wie aufwändig ist eine solche Zertifizierung?

Bisher wurde GD in zwei Modellregionen (Homburg, Saarland und Gera, Thüringen) umgesetzt. Auftakt war an beiden Standorten eine dreitägige Inhouse-Schulung. Neben der Einführung in die Grundlagen und methodische Umsetzung von GD wurde das Zertifizierungsverfahren vorgestellt. Danach startete die Umsetzung von GD in den Einrichtungen mit Hilfe eines ausführlichen Qualitätshandbuchs. Es beinhaltet alle Mindestanforderungen und weitere Qualitätsstandards nach GD, um eine Zertifizierung erfolgreich zu durchlaufen und das GD-Qualitätssiegel für drei Jahre tragen zu dürfen. Bisher haben drei Bereiche des CJD Homburg und ein Bereich des CJD Gera den Zertifizierungsprozess erfolgreich beendet.

Kann GUT DRAUF auch schiefgehen? Welche Faktoren sind für den Erfolg entscheidend?

Die Auflagen für eine erfolgreiche Zertifizierung werden in der jeweiligen Einrichtung sorgfältig geprüft – auch Audit genannt. Es wird von externen und von der BZgA unabhängigen Auditor*innen durchgeführt. Sollten sich Lücken oder Mängel ergeben, können Auflagen gemacht werden, die erfolgreich umgesetzt werden müssen, bevor das Qualitätssiegel vergeben wird.

Die Zertifizierung ist ein wesentlicher Bestandteil der Aktion. Zudem ist es wichtig, dass GD auf allen Ebenen und mit allen Beteiligten mit Lust und Begeisterung gelebt wird. Dies gelingt in aller Regel in einem längerfristigen Prozess, der nicht von heute auf morgen funktioniert und auch mal in den Hintergrund gerät, aber immer wieder in den Mittelpunkt gerückt wird. Auch dafür bietet die Zertifizierung, die alle drei Jahre wiederholt wird, einen guten Rahmen.

Warum ist Gesundheit überhaupt ein Thema für die Arbeit mit jungen Menschen?

Wir wissen mittlerweile aus vielen Studien, dass Gesundheit nicht nur ein lebenslang wichtiges Thema ist, sondern die Grundlagen für eine gesunde und ausgewogene Lebensweise in der Kindheit und Jugend gelegt werden. Einstellungen und Verhaltensweisen werden in dieser Phase erworben, die sich später auf die Gesundheit im Erwachsenenalter auswirken. Das bedeutet auch, dass in dieser Phase der Grundstein für lebensstilbedingte Erkrankungen im späteren Lebensalter wie Diabetes Typ 2, starkes Übergewicht oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelegt wird.

Gibt es bei jungen Menschen und deren Gesundheit besondere Herausforderungen?

Seit einiger Zeit steht bei vielen jungen Menschen vor allem der einseitige bzw. übermäßige Medienkonsum im Vordergrund, der mit gesundheitlich negativen Auswirkungen wie Bewegungsmangel, Fehlernährung oder einem erhöhten Stress zum Beispiel durch Schlafmangel einhergeht. Auch der übermäßige Genuss von Fastfood und Softdrinks sind Themen sowie die Tatsache, dass in vielen Familien aufgrund ökonomischer oder beruflicher Belastungen gemeinsames Kochen und Essen nicht mehr selbstverständlich sind.

Wie unterstützt die BZgA das CJD in der Umsetzung von gesundheitsförderlichen Angeboten?

Neben den vielfältigen Schulungs- und Beratungsangeboten und der Prozessbegleitung unterstützt die BZgA das CJD durch verschiedene Netzwerkaktivitäten. Dazu gehören unter anderem ein umfangreiches Internetportal, ein regelmäßiger Rundbrief, Fachtagungen und Workshops zu verschiedenen Themen sowie praktische Tipps für die konkrete Umsetzung von GD, vor allem wie der Dreiklang Bewegung – Ernährung – Stressregulation gelingen kann.
Text (gekürzt) & Foto: Barbara Hartmann

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