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GUT DRAUF und Digitale medien

Am 2. Dezember 2017 fand der bundesweit dritte GUT DRAUF-Fachtag zur „Stressregulation: Chancen bei der Nutzung moderner Medien“ in der Bildungsstätte der Sportjugend im Olympiastadion Berlin statt. 

Für uns als Trainerteam war es ungemein faszinierend mitzuerleben, mit welcher Offenheit, Neugier und Interesse sich die 17 Teilnehmenden aus dem Umkreis der Berliner Sportjugend (SJB) und der Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit Berlin (GSJ) dem Thema stellten und mit welch unglaublich hohem Engagement die Gruppe nach einem bereits hohen Wochenpensum, das die Fachkräfte bereits absolviert hatten, die Thematik angingen.
Zwei Teilnehmer hatten schon im letzten Jahr teilgenommen und waren so zufrieden, dass sie auch diesen Fachtag wieder besuchten.

Der Fokus dieses Fachtages lag eindeutig auf den Chancen digitaler Medien:

  • Wie gestaltet sich das Nutzungsverhalten junger Menschen?

  • Welche Chancen bieten die beobachtbaren Disbalancen, um mit modernen, zum Teil digitalen GUT DRAUF-Angeboten anzusetzen?

Analoge Einstiege Spuren im Netz

Allein die Vorstellungsrunde nach der Mini-Recherche zur digitalen Identität und die abgestimmte Präsentation des/der Interviewpartner/in sorgte für einen rasanten Einstieg und eine persönliche Verortung bezüglich des Themas. Schnell schwirrten tolle Zitate durch den Raum wie „Oops, ich hab noch ein Handy mit Tasten“, „Ich komm nicht rein!“, „OMG, ich bin offline.“

Mindopener anregende Aha-Effekte

Auch die Präsentationen, um sich im Plenum kurz vorzustellen, sorgten für „Mindopener“ in Bezug auf das Thema des Fachtages. Die Zitate bilden herrlich ab, was schnell für Gesprächsstoff rund um die eigene Identität im Netz sorgte: „Ich hätte, ohne dich persönlich kennenzulernen, nix über dich im Netz gefunden“. „Dich gibt’s in der digitalen Welt gar nicht.“ „Wow, das wusste ich ja gar nicht. Du hast beim ,Tatort‘ mitgespielt.“

Auch die Positionierung zum Thema des Fachtages war spannend: Kein Teilnehmender sah das Thema rein Kontra, fünf waren absolut Pro eingestellt, und zwölf sahen die vielen Chancen und positionierten sich auf der Mitte der Skala.

Staunen beim digitalen Vortrag zum Nutzungsverhalten

Der digitale Vortrag zum Nutzungsverhalten sorgte für große Augen darüber, was technisch mittlerweile möglich ist und regte eine weitere Reflexion der eigenen Medienkompetenz an.

Analog digitales Wechselspiel

Denkimpulse und Kreativität für neue GUT DRAUF-Angebote setzte ein Körperumriss eines Jugendlichen auf Flipchart frei, in den Phänomene von Disbalancen zwischen analoger und digitaler Welt verdeutlicht wurden. Daraus ergaben sich schnell Ansätze für gesundheitsförderliche Angebote.

Anregende Kommunkation

In den Pausen wurde angeregt miteinander diskutiert, was seit der Jahrestagung GUT DRAUF 2.0 im Jahr 2013 doch alles in Bewegung gekommen ist. Wie viele neue und inspirierende Möglichkeiten sich jetzt bieten – zum Beispiel mit der vorhandenen fachlichen Kompetenz völlig neue, interessante Angebote für junge Menschen zu kreieren und die neuen Medien zu integrieren, statt sie zu verbannen und gar zu verbieten.

Inspiration und Ausprobieren

Eine Gruppenübung, in der mit dem Messenger WhatsApp gearbeitet wurde, könnte schnell zu digitalen Schnitzeljagd werden.

Nach Spuren im Netz – nächste Schritte im Alltag

Die Überlegungen zum Transfer in den Alltag zeigten, es war ein gehaltvoller, impulsreicher, anregender Fachtag mit Folgen für die Zukunft. Hier Aussagen der Teilnehmenden zu der Frage: Was wirst du ab morgen umsetzen?

„Mehr zulassen; in die Arbeit integrieren; WhatsApp einbinden; Medien einsetzen, statt verbieten; Vorhandenes digitalisieren; Aktionen mit dem Phone machen und Ladestationen an Handybetten“ sind Vorschläge zu modernen GUT DRAUF-Aktionen in der Zukunft.

Diesen Fachtag leiteten Doreen Remer und André Schier für die BZgA und machten zudem den Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden der Kooperationspartner GSJ und Sportjugend im Netzwerk Berlin möglich.
Text: Doreen Remer