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GUT DRAUF-Fachtag in Braunschweig: Digitalität

Am 20. Oktober 2017 fand der GUT DRAUF-Fachtag „Stressregulation: Chancen bei der Nutzung neuer Medien und der Gestaltung von Räumen in der gesundheitsorientierten Jugendarbeit“ im Kinder- und Jugendzentrum Mühle statt. Zielgruppe war das Fachpersonal in Braunschweiger Jugendzentren.
Der Fokus lag auf den Aspekten:

  • Wie gestalte ich (digitale) Räume?
  • Welche Chancen bieten neue Medien?
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Wunsch- und Themenliste
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Wie gestalte ich (digitale) Räume? Welche Chancen bieten neue Medien?
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Intensiver Austausch
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Analoges GUT DRAUF-Material
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Ein guter Ort

Besonders flexibel zeigten sich unsere Gastgeber und auch wir als Trainerteam beim Kreieren einer Wohlfühlatmosphäre unter anderem in einer Turnhalle der wunderschön gelegenen alten Mühle. Das räumliche Setting (Schauplatz) stellten wir mit einfachsten Mitteln her und erzeugten die GUT DRAUF-spezifische Wohlfühlatmosphäre. Wir wählten die Weite der KJZ-Halle, vor deren Bühne wir bewusst unseren Präsentationsbereich aufbauten, der zudem angenehm Raum zum Sitzen und für die persönlichen Dinge bot. Die Mattenwagen und Sportgeräte verschwanden hinter dicken Vorhängen aus dem Sichtbereich und ließen nur den Blick auf den Präsentationsbereich und die Bühne frei.

Ein Büchertisch schaffte die Abgrenzung zum anderen Hallenteil, der nur für Bewegungsaktionen und als entspannte Kleingruppen-Arbeitsinseln auf Mattenpolstern genutzt wurde. Beim Eintritt in die Halle wurde der Blick der Teilnehmenden auf den Büchertisch und den Seminarbereich gelenkt. Die über Nacht und während des Fachtags weit geöffneten Fenster sorgten für frische Luft und gutes Raumklima. Musik schaffte eine gemütliche, ruhige und einladende Atmosphäre.

Beste Versorgung

Stets wurde für eine einfache und unglaublich passende Versorgung mit Getränken und Snacks – und dem Wichtigsten gesorgt: genügend Wasser, Apfelsaft für Schorle, Nüsse und wenig (aber ausreichend) Kaffee und Tee für die Pausenzeiten. Denn Enge, eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten, schlechtes Raumklima und Lärm sind physikalische Stressoren.

Zu wenige Rückzugsräume in der Schule sind ebenso stressauslösende Momente für junge Menschen. In Jugendzentren sind diese Stressoren u. a. wichtige Hebel. In der lösungsorientieren Fallwerkstatt mit dem Fokus auf Chancen im zweiten Teil des Fachtages, z. B. zum Themenbereich zukünftige Gestaltung von (digitalen) Räumen, wurden Beteiligungsideen, Eigenverantwortung von jungen Menschen und kontinuierliche Kontaktangebote von den Mitarbeitenden in Jugendzentren neben vielen anderen Ideen in der kollegialen Fallberatung ausgetauscht.

Problematisches Thema?!

Ist der digitale Raum, in dem sich junge Menschen (digital Natives) bewegen, wirklich ein problematisches Thema? Für das Trainerteam in der Vorbereitung allerdings. Im pädagogischen Arbeitskontext scheint dieses Themenfeld nebulös und brisant. Die Hoffnung lockt auf Tipps und Rezepte für den eigenen Umgang und die Auseinandersetzung mit der digitalen Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen. Beim Konkretisieren der Erwartungen von Teilnehmenden an den Fachtagen und den Organisatoren treten genau hier die ersten Hürden auf.

Anregende Verunsicherung & Aha-Effekt

Einige spannende Denkimpulse, die aus dem bunten Methodenmix, der aus einer Vorstellungsrunde nach digitaler Spurensuche, einer Studienergebnispräsentation, Soziometrie und einem Modell der Persönlichkeitsentwicklung sowie der Diskussion um Digitalität und den digitalen Raum bestanden, den es zusammen mit jungen Menschen zu gestalten gilt, konnte man mitnehmen. Eine wichtige Verunsicherung löst hier die Chance, Coach bzw. Moderatoren zu sein, aus, weil die digital Natives diesen digitalen Raum für ihr Leben erobert haben und sich darin viel selbstverständlicher bewegen und umfangreich die Chancen nutzen, während im pädagogischen Arbeitskontext oft und bloß auf Risiken abgehoben wird.

Einen Aha-Effekt löste die Aussage von digitalen Natives in der Runde der Teilnehmenden aus: „Ok, das ist für euch ein Problem, für uns aber gar nicht“. Die Rolle als Coach bzw. Moderator forderte, die persönliche Haltung neu zu definieren und adäquate Wege zu finden, um sich nicht in einer Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der jungen Menschen wiederzufinden.

Diesen Fachtag leiteten Doreen Remer und Samuel Koelewijn für die BZgA und machten zudem den Erfahrungsaustausch zwischen den Jugendzentren in Braunschweig möglich.
Text: Doreen Remer; Fotos: Samuel Koelewijn

Info: Kinder- und Jugendzentrum Mühle

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