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Berufskolleg Rheinbach

Präsentation in der BZgA

Schülerinnen und Schüler gestalten für GUT DRAUF

„Auch du kannst GUT DRAUF sein“. Mit diesem Slogan präsentierte kurz nach Karneval ein Schüler des Berufskollegs Rheinbach bei Bonn seine Gestaltungsarbeiten vor dem Auditorium, das sich im großen Sitzungssaal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eingefunden hatte. Mehr als drei Monate hatte die gesamte Abschlussklasse an Entwürfen für Plakate, Flyer, Postkarten, Giveaways und Ähnliches gearbeitet, die nun endlich vorgestellt wurden. anschauen

Möglichst reale Aufgabenstellungen

Die Initiative war ausgegangen von Susanne Opitz, Lehrerin am Berufskolleg Rheinbach (Glas, Keramik, Gestaltung). Sie betreut zur Zeit die Oberstufe der Berufsfachschule für Gestaltung bei ihren Abschlussarbeiten, die sie sowohl für ihre Fachhochschulreife als auch ihre dreijährige Berufsausbildung zum/r Gestaltungstechnischen Assistenten/in benötigen. Frau Opitz bemüht sich mit ihren Abteilungskolleginnen und -kollegen, die Aufgaben für ihre Schülerinnen und Schüler möglichst praxisnah und realitätstüchtig zu gestalten und sie auch für den Non-Profit-Sektor zu begeistern. Der Kontakt zur BZgA war schnell hergestellt und in Reinhard Mann, Leiter des Referats ernährungsbedingte Krankheiten/Gesundheitsförderung, fand sie einen Partner, der sich von ihrer Idee begeistern ließ: Die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse sollten Gestaltungsentwürfe für die Jugendaktion GUT DRAUF entwickeln und als Dummys produzieren.

Die von der Schule gestellte Aufgabe lautete konkret: ein Plakat, einen Flyer, ein Giveaway (Geschenkartikel) mit Verpackung und einen Werbeträger eigener Idee zu entwerfen, die eine einheitliche Gestaltungslinie erkennen lassen und denen eine Kommunikationsidee, eine Botschaft zugrunde liegt.

Susanne Opitz, Lehrerin am Berufskolleg Rheinbach

GUT DRAUF – political correct

Knapp über 18 Jahre sind die meisten von ihnen und damit noch ziemlich nah an der Zielgruppe der Jugendaktion. In einem ersten Briefing ließen sie sich im November 2009 das GUT DRAUF-Programm in der BZgA vorstellen. Die meisten von ihnen hörten zum ersten Mal von Settingansatz, Stressregulation und dem Dreiklang von Ernährung, Bewegung und Entspannung und mussten sich jetzt mit Fachbegriffen der Prävention und der spezifischen Herangehensweise der Gesundheitsförderung auseinandersetzen. Im Laufe der anschließenden Entwicklungsphase bekamen sie zwei Mal die Gelegenheit, Mittlerkräften von GUT DRAUF ihre Zwischenergebnisse vorzustellen, Fragen zu klären und Korrektur-Impulse entgegen zu nehmen. Sie erfuhren dabei, dass Traubenzucker kein gutes Giveaway für eine Aktion ist, die sich um gesunde Ernährung bemüht; dass Laser-Logos auf Äpfeln vielleicht ein witziger Einfall, aber der Vertrieb von Äpfeln als Werbeartikel trotzdem keine handhabbare Idee für die BZgA ist; dass auf Fotos möglichst Jugendliche unterschiedlicher Kulturen abgebildet sein sollten und dass Fast Food nicht grundsätzlich verdammt werden könne.

Schwer nachvollziehbar war für sie zunächst auch, dass mit Begriffen wie „gesund“ und „Gesundheit“ sensibel umzugehen ist, um Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen nicht zu brüskieren. Wie sehr der moralische Zeigefinger in Einsatz gebracht werden darf, wurde diskutiert, und was es in der Praxis heißt, „Jugendlichen da abzuholen, wo sie stehen“.

Inabat Tlegen stellt ihre Entwürfe vor

„Die Jugend“ gibt es nicht – Diversity in der Gestaltung

Am 18. Februar 2010 war es dann so weit, und die Schülerinnen und Schüler platzierten ihre Entwürfe, säuberlich auf Pappen geklebt oder sogar per Powerpoint aufbereitet in der BZgA. Die Gelegenheit, die kreativen Arbeiten der Jugendlichen zu begutachten, nahmen nicht nur die engeren Kolleginnen und Kollegen um Referatsleiter Reinhard Mann wahr, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Werkstatt der BZgA, der Ausstellungsabteilung, der Suchtprävention und andere. Die Ergebnisse dieses dreimonatigen Prozesses zu präsentieren hieß für die Jugendlichen auch, ihre Gedanken zum Thema und zur Gestaltung darzulegen und ihre spezifische Herangehensweise zu begründen.

Überdeutlich wurde für die Anwesenden, dass es „die Jugendlichen“ nicht gibt und dass gerade in der Ansprache Jugendlicher geschlechts-, kultur- und szenesensibel gearbeitet werden muss. Wir mussten erkennen, dass es „das Plakat“ für Jugendliche ebenso wenig geben kann, wie „den Flyer“ und dass Bildsprache und Slogans eng mit der jeweiligen Subkultur der Jugendlichen konnotiert sein müssen.

Birgit Obladen: Bitte schön!

Ideen praktisch umsetzen

Wir haben viele Anregungen erhalten, und die Ideen der Schülerinnen und Schüler haben uns begeistert und inspiriert. Den Jugendlichen, den Lehrkräften und uns war schnell klar, dass diese Ideen nur vereinzelt in die weitere Arbeit von GUT DRAUF einfließen können. Wir waren uns aber auch einig, dass die Arbeiten der Jugendlichen so gut sind, dass wir sie den GUT DRAUF-Partnern präsentieren möchten. Auch wenn die Entwürfe primär für die schulische Berufsausbildung und die Benotung durch die Lehrkräfte erstellt wurden, war das Engagement der Schülerinnen und Schülern doch von dem Wunsch getragen, dass das eine oder andere praktische Verwendung findet.

Seit Anfang April präsentieren wir daher nach und nach jede Schülerin oder jeden Schüler mit ihren Konzepten und Fotos ihrer Arbeiten auf www.gutdrauf.net. Wir freuen uns, wenn sich Interessenten für die eine oder andere Idee an uns wenden und vermitteln gerne den Kontakt zu den Urheberinnen und Urhebern: gutdrauf@projecta-koeln.de
Text: Benita Schulz
Fotos: Sibylle Kamphuis, Susanne Kosub; www.skdesign-koeln.de

Die Entwürfe der Schülerinnen und Schüler werden im Zwei-Wochen-Abstand online gestellt und finden sich hier