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Gute Praxis – Gutes Treffen

Die Umsetzungsvielfalt von GUT DRAUF stand im Blickpunkt der GUT DRAUF-Jahrestagung, die vom 28. bis 30. September 2016 (überwiegend!) in der Jugendherberge Köln-Riehl stattfand.
Insgesamt 130 Teilnehmerinnen und -Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet erwartete ein umfangreiches Vortrags-, Diskussions- und Workshop-Angebot, das nicht bei der theoretischen Auseinandersetzung stehen blieb, sondern sich ganz praktisch zum Beispiel mit Zirkuspädagogik, Finanzierung, veganem Kochen und Anti-Gewalt-Training in der Gesundheitsförderung Jugendlicher beschäftigte.

1. Tag

Die gesündeste Tankstelle der Welt
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In ihrem Eröffnungsvortrag der Jahrestagung am Mittwoch, den 28. September beschäftigte sich die Leiterin der BZgA, Dr. Heidrun Thaiss, mit „GUT DRAUF als lebensweltorientiertem Ansatz zur Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen“.
Hierbei legte sie besonderen Wert auf die Alltagsnähe der GUT DRAUF-Angebote. Kindern und Jugendlichen würden durch die Jugendaktion der BZgA in ihren ganz normalen Umfeldern wie Schule, Freizeit und Ferien gesundheitsförderde und niedrigschwellige Angebote gemacht – ein schwieriger, aber notwendiger und erfolgversprechender Ansatz der Gesundheitsprävention.

Lebensweltorientierung war d a s Stichwort für den darauf folgenden Leitvortrag von Prof. Dr. Hans Thiersch „Die Bedeutung von Lebensweltorientierung und sozialräumlicher Vernetzung in der Gesundheitsförderung“, dem es in seiner unnachahmlichen Art, quasi im Plauderton gelang, das neugierige Publikum zu fesseln. Besonders wichtig war ihm die Botschaft an Fachkräfte, vom gewöhnlichen Leben auszugehen und sich auf die Ressourcen, die positiven Möglichkeiten, die Potenziale der Kinder und Jugendlichen zu konzentrieren – nicht auf die vermeintlichen Schwächen und Defizite. Er plädierte dafür, bei dem richtigen Konzept von Bewegung, Ernährung und Stressregulation immer pragmatisch vorzugehen, nie die oft materiell eingeschränkten Lebensbedingungen aus dem Auge zu verlieren und sich um eine realistische Integration gesundheitsfördernder Angebote für Jugendliche zu bemühen.

Annemarie Halfar, Jürgen Meyer, Oliver Schmitz, Carmen Witzel, Harald Tschappe
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Derart sensibilisiert konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Qualität des GUT DRAUF-Image-Films überprüfen, der seine Stärke besonders aus den Statements von Jugendlichen und GUT DRAUF-Praktikerinnen und -Praktikern beziehen kann und zur Werbung für die Jugendaktion eingesetzt wird.

Gelungene Praxisbeispiele von GUT DRAUF waren dann Diskussionsstoff der GUT DRAUF-Talkrunde am Mittwoch-Nachmittag mit Annemarie Halfar (Gesamtschule Reichshof), Jürgen Meyer (GUT DRAUF-Tanke), Oliver Schmitz (GUT DRAUF-Gesamtkoordination), Carmen Witzel (Jugendsozialwerk Nordhausen ) und Harald Tschappe (Bereich Kinder, Jugend und Familie, Stadt Braunschweig).

Den Mittwochabend (vor einem aufregenden Donnerstagmorgen!) vertrieb man und frau sich die Zeit ganz entspannt beim Chaosspiel, der Schnitzeljagd 2.0 durch Köln (Dank an Sonja und Steffen Schaal!), beim Spaziergang am Rhein oder bei einem Kaltgetränk in der Bar der Jugendherberge.

2. Tag

Alles im Griff: Orga-Agentur transfer vor und nach der Bombenentschärfung
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Der Donnerstag startete mit einer angekündigten Orga-Herausforderung: die Evakuierung wegen einer Bombenentschärfung in unmittelbarer Nähe der Jugendherberge. Beeindruckenderweise hatte die organisierende Agentur transfer e. V. (Ina Holschbach, Oliver Schmitz, Theresa Stiens, Andrea Iwan und Stefanie Conrath) nichts dem Zufall überlassen und neue Räume auf der anderen Rheinseite in der Jugendherberge Deutz kurzfristig ausgemacht. Die Überquerung des Rheins mit Bahn und PKW lief reibungslos – und so konnten die elf Workshops fast pünktlich loslegen. Alle
Workshop-Präsentationen
kann man sich in Ruhe anschauen.

Endlich wieder zurück in der JH-Riehl lag die besondere Aufmerksamkeit natürlich auf den unbescheiden angekündigten Ergebnissen des Workshops Zirkuspädagogik.

Applaus! Applaus! Applaus!
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Und wie waren die? Grandios! Die Jugendlichen des eingeladenen Zirkus- und Artistikzentrums Köln (ZAK) setzten natürlich akrobatische Maßstäbe, deren Unterhaltungswert die im GUT DRAUF-Workshop entwickelten Zirkusnummern in Nichts nachstanden. Das sichtlich überraschte Publikum war begeistert, erfeute sich an den Kunststücken und labte sich an (im passenden Workshop zubereiteten!) veganen Gerichten. Der Moderator Heiner Kötter konnte für seine Stars jede Menge Applaus ernten. Eine rundum gesunde Zirkusshow!

3. Tag

Ok, nach dem abendlichen Höhepunkt gab es am kommenden Tag noch Arbeit – nämlich die verschiedenen Clearings am Freitag zu Partnerberatung, Materialien für Kinder und Jugendliche, Handlungsfelder und so – die übrigens eifrig genutzt wurden!
Was vom (Jahres-)Tage übrig bleibt:
viel GUT DRAUF-Input, eine Evakuierung und eine imposante GUT DRAUF-Zirkusshow.
Text: Werner Dickob
Alle Fotos: Uwe Völkner/Fotoagentur FOX
Diese Fotos sind ausschließlich zur Dokumentation der GUT DRAUF-Jahrestagung gemacht worden. Jegliche andere Verwendung darf nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung der BZgA erfolgen.

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